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Wer hat Mut…?!
Die Herausforderung zur politischen Verantwortung in der Jugendarbeit
Seit März 2008 gibt es in der AGJF Sachsen e. V. eine Fortbildungsreihe, die die politische Verantwortung in der Jugendarbeit bewusst machen und stärken möchte. Insbesondere in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus kann sich Jugendarbeit dieser Verantwortung nicht entziehen.
Ursprünglich unter dem Namen „Wer hat Mut vorm braunen Mann?!“ gestartet, hat sich das Projekt 2009 zu „Wer hat Mut?!“ weiterentwickelt. Zum einen, um anknüpfend an Ergebnisse aktueller Studien das Problem des „Rechtsextremismus der Mitte“ und damit verbunden präventive Ansätze beim „normalen Jugendlichen“ in den Vordergrund zu rücken, andererseits um unter einem geschlechtsspezifischen Zugang rechte Mädchen und Frauen nicht auszublenden.
Jede/r Sozialpädagoge/in handelt in seinem/ihrem Berufsfeld innerhalb der Gesellschaft und in der Öffentlichkeit, mit einer eigenen Position und Haltung und damit einer Wirkung auf andere. In diesem allgemeinen Sinne ist Soziale Arbeit prinzipiell politisch. Diese Bewusstmachung ist unverzichtbarer Bestandteil eines professionellen Selbstverständnisses. Wird Jugendarbeit als Sozialisationsinstanz ein wichtiger – nicht alleiniger - Teil für die Entwicklung demokratischer, politischer und sozialer Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen zugestanden, dann ist diese zur politischen Verantwortung herausgefordert.
Die zentrale Herausforderung an die Jugendarbeit besteht darin, verfügbare Wissensbestände und Interventionskonzepte in den beruflichen Alltag zu integrieren. In einer demokratischen Gesellschaft müssen alle Heranwachsenden zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Strukturen, Praktiken, Ideologien und Vorurteilen befähigt werden, die zur Diskriminierung sozialer Gruppen beitragen. Voraussetzung dafür ist, dass Pädagog/inn/en ihre (eine) Zuständigkeit für den Umgang mit dieser Problematik im Rahmen ihrer alltäglichen beruflichen Praxis anerkennen und es darum gilt, sich für eine entsprechende pädagogische Arbeit zu qualifizieren. Wir wollen Sozialpädagog/inn/en im kognitiven wie emotionalen Sinne „Mut machen“, Position zu beziehen und sich einzumischen.
Pädagog/inn/en sollen durch die Fortbildungsreihe „Wer hat Mut…?!“ Impulse zur Reflexion ihrer professionellen Haltung erhalten. Dafür sind zum einen Kenntnisse über aktuelle Erscheinungsweisen und Inhalte der rechtsextremen Szene sowie Handlungsansätze zur Arbeit mit rechten Jugendlichen zu vermitteln. Zum anderen geht es aber auch um die Aneignung von Methoden zur Stärkung partizipatorischer Bestrebungen von Jugendlichen. Die Fachtagungen und Seminare innerhalb der Fortbildungsreihe dienen dabei der intensiven praktischen und reflexiven Auseinandersetzung und dem Austausch sowohl zwischen „Theorie und Praxis“ als auch mit anderen Akteuren und deren Blickwinkeln.
Neben diesen Veranstaltungen bieten wir auch Beratungseinheiten für sozialpädagogische Akteure, welche in die Arbeit mit rechten Jugendlichen involviert sind sowie für andere Teilnehmer/innen der Fortbildungen an. Dort haben sie die Möglichkeit, unter supervisorischen Bedingungen ihre beruflichen Erfahrungen unter professioneller Anleitung zu reflektieren. Mit diesem Angebot wollen wir für wirksame Nachhaltigkeit und in diesem brisanten Arbeitsfeld für Qualitätsentwicklung sorgen. Termine werden je nach Bedarf und Nachfrage vereinbart.
Teilnehmer/innen der Fortbildungsreihe sollen außerdem unterstützt werden, mit den fachlichen Impulsen aus Fachtagungen und Seminaren Praxisprojekte zu entwickeln und umzusetzen, die eine Weiterentwicklung der pädagogischen Praxis vor Ort zum Ziel haben.
Ansprechpartner:
Enrico Glaser, freier Mitarbeiter
Tel.: (0371) 533 64 20, Fax: (0371) 533 64 26
E-Mail: mut@agjf-sachsen.de
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