Qualitätsdiskurs Jugendarbeit

Die Situation der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen ist vielfältig und stark von örtlichen Gegebenheiten sowie der politischen Kultur in den Regionen abhängig. So beobachten wir vor allem in ländlichen, strukturschwachen Gebieten eine Jugendarbeit unter Druck hinsichtlich der finanziellen und personellen Ausstattung, der räumlichen Gegebenheiten und der Erreichbarkeit für junge Menschen, der demographischen Situation in kleinen Gemeinwesen und den sich verändernden, jugendkulturellen Ansprüchen. Aber auch die Angebote der Jugendarbeit in den städtischen, urbanen Verdichtungsräumen sehen sich gesellschaftlichen Ansprüchen und Tendenzen gegenüber, durch die Jugendarbeit als notwendige demokratische, soziale und kulturelle Jugendinfrastruktur aus den Blick zu geraten droht.

Die AGJF Sachsen e.V. wird auf der Grundlage des Positionspapiers zur Jugendarbeit (05/2016) jeden Diskurs suchen und aufgreifen, um die aktuelle Situation des Arbeitsfelds (selbst)kritisch zu beleuchten, gesellschaftliche Aufmerksamkeit auf dessen Potenziale zu lenken und eine (Re)Vitalisierung im Sinne einer offenen Jugendarbeit zu erstreiten, die Jugendlichen attraktive Freiräume und nutzbare Ressourcen für jugendkulturelle Aktivitäten zur Verfügung stellen kann.

Zu diesem Zweck richten wir eine Arbeitsgruppe zur Analyse der Situation von Jugendarbeit in Sachsen und zur Beschreibung grundsätzlicher Anforderungen und Qualitätsmerkmale ein. Des Weiteren dokumentieren wir an dieser Stelle regionale Entwicklungsprozesse und Positionspapiere zur Kinder- und Jugendarbeit in sächsischen Landkreisen und kreisfreien Städten.

Stellungnahmen Kürzung von Bildungsmaßnahmen in der FRL überortlicher Bedarf

Mit dem Beschluss des Doppelhaushaltes 2017/2018 gingen die Fördermittel für die FRL überörtlicher Bedarf“ (RL-Nr. 04970) erheblich zurück. Für Maßnahmen der Kinder- und Jugenerholung in 2017 und 2018 mit jährlich 300.000 Euro vom SMS gefördert werden. Dies ist sehr begrüßenwert. Darüber hinaus wurde jedoch versäumt, die Richtlinie überörtlicher Bedarf um die komplette für KJE geplante Fördersumme aufzustocken, so dass statt 300T € lediglich 200T € mehr in den Haushalt eingestellt wurden. Deshalb haben Anträge auf Förderung von Bildungsmaßnahmen Kürzungen zum Teil in Höhe von bis zu 60 % erfahren. Hinzu kommt, dass bis jetzt - kurz vor den Sommerferien - noch wenig klare Regelungen bezüglich der Umsetzung von Maßnahmen der KJE vorliegen.

Deshalb hat das Forum Jugendarbeit sich mit einem Positionspapier an Staatsministerin Barbara Klepsch gewandt.

Auch die AGJF Sachsen e. V. als Dach- und Fachverband positioniert sich in einer Stellungnahme und fordert u. a. die Nachbescheidung von Bildungsmaßnahmen durch Umwidmung nicht eingesetzter Mittel der Kinder- und Jugenderholung.

Die Stellungnahme zur FRL überörtlicher Bedarf als PDF-Dokument herunterladen

Die uns zur Verfügung stehenden Regelungen zur Förderung der Kinder- und Jugenderholung 2017/2018 (Stand 24. Mai 2017) vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz sind ebenfalls zum Download verfügbar.

Die Regelungen zur Förderung der KJE als PDF-Dokument herunterladen

Positionspapier zur Stärkung des Fachkräftegebots in Sachsen

Die AGJF Sachsen e. V. als Dach- und Fachorganisation für Jugendarbeit und Jugendhilfe setzt sich auf verschiedenen Wegen für die Stärkung des Fachkräftegebots ein. Unser Positionspapier unterstreicht unsere Handlungsempfehlungen für diese Thematik.

Das gesamt Positionspapier Fachkräftegebot anzeigen

Die Personalstruktur der Jugendhilfe in Sachsen steht mit den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen vor starken Herausforderungen. Geprägt durch einen seit längerem steigenden Fachkräftemangel und verstärkt durch den deutlichen Anstieg des Zuzugs geflüchteter Menschen hat die Situation innerhalb kurzer Zeit einen hohen Bedarf an Angeboten der Jugendhilfe in den Bereichen SGB VIII §§ 11-14 und §§ 27-34 geschaffen. Die damit verbundenen Entwicklungen in der Kinder- und Jugendhilfelandschaft verdeutlichen die Notwendigkeit einer gefestigten politischen Haltung, verknüpft mit professionellem Handeln bei den Fachkräften.

Für die Absicherung des Bedarfs stehen nicht genügend Fachkräfte (SGB VIII §72) zur Verfügung. So wurde das Fachkräftegebot, als einer der wichtigsten übergeord- neten Qualitätsstandards der Jugendhilfe, an einigen Stellen geöffnet. Diese Situation ist auch vor dem Hintergrund der kurzfristigen Zunahme der Gruppe geflüchteter Menschen, deren Inobhutnahme und Integration zu beurteilen. Gleichzeitig kann der Bedarf an entsprechend ausgebildeten und im Arbeitsfeld spezialisierten Fachkräften auch bei einem Absinken der Zahlen Zuflucht Suchender nicht gedeckt werden. Dennoch muss mit Blick auf die Identität der sozialpädagogischen Handlungs-felder und auf die Profession der Sozialarbeiter_innen und Sozialpädagog_innen die Aufweichung der Qualitätsstandards kritisch hinterfragt werden.

Diese seit 2015 deutlich verschärfte Entwicklung wird uns aus fast allen Bereichen der Jugendhilfe und entsprechenden Ausbildungsinstitutionen signalisiert. Sie begründet sich in geringer Attraktivität der Arbeitsfelder durch Tätigkeiten über physische und psychische Grenzen und schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf insbesondere in der Jugendarbeit. Problematisch ist ebenfalls die Beschäftigungssituation bei freien Trägern, welche finanziell häufig unter Niveau des TVÖD angesiedelt ist. Hinzu kommen fehlende Ausbildungsstrategien und integrationsbezogene Nachqualifikationsangebote. Eine grundlegende gesellschaftliche Anerkennung Sozialer Arbeitsfelder und deren Berufe, vor allem aufgrund fehlender struktureller Repräsentanz im Sinne der Notwendigkeit Sozialer Arbeit, fehlt. Weiterhin sichtbar sind die häufig mangelnde Darstellungsqualität der Arbeit und die zunehmende Verwischung professioneller Tätigkeiten mit Alltagsengagement, welches nicht den fachlichen Aufträgen entspricht.

Jugendhilfe bietet im Sinne des § 1 SGB VIII auf hohem, professionellem Niveau Hilfen für junge Menschen. Hierfür benötigen der Arbeitsbereich sowie die Ausbildung dringende Veränderungen.

Daher fordern wir:

  1. Unbedingtes Festhalten am Qualitätsstandard Fachkräftegebot sowie dessen Weiterentwicklung als Qualität und Rahmen von Professionalität entlang aktueller Herausforderungen
  2. Situationsrelevante Ergänzung des Fachkräftegebotes unter Beachtung von notwendigem Spezialwissen und Sonderleistungskönnen u. a. im Sinne migrationspädagogischer Qualifikationen und Kenntnisse im Bereich Sozialer Arbeit mit geflüchteten Adressat_innen
  3. Offensive Anwerbung und Öffnungsbemühungen für Fachkräfte und Partner_innen mit Migrations- und Fluchterfahrung
  4. Aus- und Weiterbildungsangebote zur kurzfristigen, fachlichen Grundqualifikation von Nichtfachkräften, inkl. Klärung der Finanzierung und notwendiger Rahmenbedingungen
  5. Entwicklung und Umsetzung einer berufsbegleitenden Anpassungsqualifizierung Sozialpädagogik/Sozialarbeit für in- und ausländische sozialwissenschaftliche Absolvent_innen
  6. Langfristige Schaffung von Handlungskonzepten und Notfallplänen zur professionellen Reaktion auf spezifische Notwendigkeiten, wie beispielsweise den hohen Zuzug und die anschließende Integration geflüchteter Menschen
  7. Anerkennung und Wertschätzung von Zusatzqualifikationen durch entsprechende Eingliederung als Fachkraft in die tariflichen Entgelttabellen
  8. intensive Auseinandersetzungen um Standards und Qualitäten von Jugendhilfe und speziell Jugendarbeit auch im Hinblick auf migrationsgesellschaftliche Ansprüche
  9. Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität Sozialer Berufe und deren breitenwirksame Präsentation besonders im ländlichen Raum
  10. das organisierte Eintreten von Fachkräften zur Absicherung und zum Aufbau notwendiger Ressourcen für das Arbeitsfeld sowie die Schaffung entsprechender Vertretungsstrukturen

Die AGJF Sachsen e. V. als Dach- und Fachorganisation für Jugendarbeit und Jugendhilfe setzt sich auf verschiedenen Wegen bereits für die Umsetzung der Veränderungen ein. Unter anderem bieten wir Fortbildungen zur (Weiter-)Qualifizierung von Fachkräften und setzen geförderte Projekte um, wie beispielsweise „be/pe/so - Berufswege und vorausschauende, nachhaltige Personalentwicklung in der Sozialwirtschaft“. Auch zukünftig ist es unser Ziel, die Handlungsempfehlungen innerhalb unserer Organisation weiter umzusetzen, aber auch andere zu sensibilisieren und (gemeinsam) die dringend notwendigen Anpassungen einzuleiten.

Positionspapier - Jugendarbeit in Sachsen als Ort der Integration und Aushandlung stärken.

Die AGJF Sachsen e. V. ist seit 1990 als Dach- und Fachorganisation mit den Arbeitsschwerpunkten Fortbildung - Beratung - Projekte wirksam und setzt auf Qualifizierungs-, Unterstützungs- und Entwicklungsleistungen für die sächsische Jugendarbeit/Jugendhilfe. Als Dachverband für freie und öffentliche Träger der Jugendarbeit und Fachorganisation der Fortbildung begrüßen wir ausdrücklich die aktuellen Aktivitäten und Diskurse zur Auseinandersetzung mit Demokratiedistanz und Rassismus in Sachsen. Gleichzeitig stellen wir mit Besorgnis fest, dass die enormen sozialintegrativen Potenziale der Einrichtungen und Maßnahmen der Jugendarbeit in der sächsischen Debatte kaum ausreichend zur Kenntnis genommen werden und Jugendarbeit als basisstrukturelles Angebot sichtbar Gefahr läuft, aus dem gesellschaftlichen Blick zu geraten. Mit diesem Positionspapier möchten wir den Blick für die Qualität, die Fachlichkeit und gleichsam die mitunter prekären Bedingungen in der Offenen Jugendarbeit und den angrenzenden Arbeitsfeldern schärfen.

Das gesamte Positionspapier anzeigen

Wir unterstützen die berechtigten Forderungen nach Angeboten der Demokratiebildung, nach erweiterten Programmen zur Integration geflüchteter Menschen sowie zur Prävention von menschenfeindlichen Orientierungen. Die intensive Beziehungsarbeit mit und eine Verstärkung menschenrechtsorientierter Bildung von jungen Menschen sind dringend geboten. Politische Bildung, Beratungspartner und themenspezifische Präventionsangebote benötigen jedoch funktionierende Basisstrukturen, qualifiziertes Personal sowie leistungsfähige Träger und Räume in den Gemeinwesen. In den Einrichtungen vor Ort werden die Zugänge zu jungen Menschen hergestellt und offen gehalten. Hier können gemeinsame Maßnahmen vorbereitet und in die Lebenswelt und Lebenswirklichkeit der Jugend eingebettet werden, damit sie nachhaltig wirken.

Dabei muss einmal mehr um die grundständige Finanzierung und um sozialpolitische Haltung gerungen werden. Seit Jahren verweisen Praxis und Wissenschaft darauf, dass wirksame jugendkulturelle Angebote und Projekte der Jugendbildung ausgedünnt und eingestellt werden. Dabei sind genau hier die Räume zu finden, in denen sich grundsätzlich alle jungen Menschen untereinander begegnen können, in denen schrittweise Vorurteile und ablehnende Haltungen abgebaut und ein respektvolles Miteinander gelebt werden kann. Gerade in ländlichen Gemeinwesen stellen Schulen (so vorhanden) sowie die Einrichtungen und Angebote der Jugendarbeit die weithin einzigen öffentlichen Orte dar, an denen sich Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Milieus, Auffassungen und Zugehörigkeiten treffen und soziales Miteinander aushandeln. Den Angeboten der Jugendarbeit kommt hierbei aufgrund ihres offenen und freiwilligen Charakters eine maßgebliche Funktion für den handlungsorientierten Erwerb von Kompetenzen, die Ausprägung von Toleranz und damit allgemein als Orte der außerschulischen, non-formalen Bildung zu.

Alle Kinder und Jugendliche haben einen Anspruch auf die Förderung ihrer Persönlichkeit und ihrer Entwicklung, das SGB VIII formuliert diese inklusive und demokratische Grundlage für die Jugendarbeit. Mit den Angeboten der Offenen Jugendarbeit bestehen Räume und Strukturen, in denen demokratische Aushandlungsprozesse erlebt und eingeübt werden und in denen professionelles Personal demokratisch und menschenrechtsorientiert interveniert. Fachkräfte in der Jugendarbeit stehen auf der Seite junger Menschen in der Aushandlung von und dem anwaltschaftlichen Eintritt für ihre Interessen und leisten im Dialog eine beständige, kritische Würdigung gesellschaftlicher Anforderungen und individueller Perspektiven. Ohne Jugendarbeit vor Ort greifen präventive und inklusive Maßnahmen sowie temporär installierte Modellprojekte sprichwörtlich „ins Leere“.

Offene Jugendarbeit leistet die Bearbeitung der Lebenswirklichkeit und der Bedarfe von jungen Menschen. Sie bietet die Räume, in denen Kinder- und Jugendbeteiligung erfahren und über temporäre Initiativprogramme hinaus abgesichert wird. In der Mitgestaltung des Grundrechts auf Beteiligung bahnt Jugendarbeit Wege für eine nachhaltige demokratische Entwicklung der Gesellschaft. Fachkräfte der Jugendarbeit sind wie wenige andere Akteure in der Lage, kontinuierlich in der Diskussion mit den jungen Menschen zu stehen und diese im Sinne einer offenen und demokratischen Einrichtungskultur sowie bei der Einübung von Begegnungsoffenheit, im Erwerb von Diskriminierungssensibilität und im kritischen Dialog zu begleiten.

Für eine handlungsfähige Jugendarbeit in einem demokratischen und veränderungsoffenen Freistaat Sachsen sind erforderlich:

  • eine grundständige Ausstattung und Förderung, ein klares politisches Bekenntnis zu Jugendarbeit und Jugendinfrastruktur sowie eine Anerkennung des sozialpädagogischen Handelns in der Jugendarbeit,
  • gestärkte, lokal verschränkte und handlungsfähige Strukturen der Jugend-, Jugendkultur-, und Jugendbildungsarbeit,
  • eine an den Bedarfen und Lebensrealitäten junger Menschen orientierte, partizipative Jugendhilfeplanung sowie eine effektive Fachberatung für vielseitige und vielfältige Angebote vor Ort und deren Vernetzung,
  • Präventionskompetenzen zu Rassismus und anderen gruppierungsbezogenen Ablehnungen im Arbeitsfeld der Jugendarbeit sowie
  • klare demokratische Positionen, eine solidarische und inklusionsorientierte Haltung gegenüber vielfältigen Lebensentwürfen junger Menschen, gegenüber Geflüchteten und people of colour.

Als Dachverband für Einrichtungen und Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit setzt sich die AGJF Sachsen e. V. für die Erarbeitung und Verabschiedung von „Fachempfehlungen für die Offene Kinder- und Jugendarbeit“ durch den Landesjugendhilfeausschuss ein. Ziel ist es, eine elementare Verständigung zu den notwendigen fachlichen und strukturellen Arbeitsbedingungen herzustellen, damit die Grundlagen für eine hinreichende Handlungsfähigkeit dieses Arbeitsfeldes sichtbar werden. Mit Fachempfehlungen kann die Ausgestaltung, die Qualität und damit der Erfolg dieser kommunalen Aufgabe unterstützt werden.

Positionspapier Kommune als Ort der Jugendpolitik

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter (BAG LJA) veröffentlichte ihr Positionspapier „Kommune als Ort der Jugendpolitik - Jugendarbeit in den Fokus stellen“. Das Papier stellt die Wichtigkeit des Zusammenwirkens von kommunaler Jugendpolitik und Jugendarbeit heraus und gibt Empfehlungen wie die kommunale Jugendförderung und Jugendarbeit gemeinsam wirken sollten, um Jugendliche in ihrem Lebensumfeld zu erreichen.

Appell an die Hochschulen und Universitäten – Jugendarbeit studieren

Der eigens formulierte „Appell an die Hochschulen und Universitäten – Jugendarbeit studieren“ der BAG LJA konkretisiert die Empfehlungen des Positionspapiers „Kommune als Ort der Jugendpolitik - Jugendarbeit in den Fokus stellen“ und fordert Lehrende der Hochschulen und Universitäten auf, sich für das Arbeitsfeld Jugendarbeit in den Studienrichtungen einzusetzen und ruft zur Zusammenarbeit mit den Trägern der Jugendarbeit auf.

Jugendarbeit im ländlichen Raum Sachsens

Die Sächsische Landjugend e. V. (SLJ) und der Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V. (LAK MJA) sind im Laufe des Jahres 2016 im Rahmen einer gemeinsamen Landkreistour durch Sachsen gereist, haben mit Fachkräften der Jugendarbeit und Mitarbeiter(inne)n der Verwaltungen der Landkreisjugendämter vor Ort gesprochen und Jugendhilfepläne studiert.

Positionspapier: Auswirkungen der Flüchtlings-thematik auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Sachsen

Die Landesarbeitsgemeinschaft Sozialdiakonische Kinder- und Jugendarbeit (LAG SOjA) ist ein Fachverbund in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens. Sie vereint 60 Mitgliedseinrichtungen aus den Arbeitsfeldern offene, mobile und schulbezogene Jugendarbeit in Kirche und Diakonie. In der Frühjahrstagung 2016 setzten sich über 40 Fachkräfte in einem intensiven Praxisaustausch mit dem Thema „Auswirkungen der Flüchtlingsthematik auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Sachsen“ auseinander.

Grundsätze und Leistungen der Offenen Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen in Chemnitz

Als ein professionalisiertes Arbeitsfeld sozialer Arbeit steht die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) aktuell vor herausfordernden Entwicklungen, Tendenzen und Auseinandersetzungen. Die Individualisierung von Lebensläufen, neo-liberale Risiko und Chancenverteilungen, soziodemografische Veränderungen und Klimawandel, Migration und Ökonomisierung stellen einige Eckpunkte dar, in deren Eindruck sich Jugendarbeit kontinuierlich weiterentwickelt.
Die Broschüre liefert eine aktuelle Übersicht über Grundlagen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt Chemnitz. Sie ist das Ergebnis eines gemeinsamen Diskussions- und Arbeitsprozesses von Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeitern des Arbeitsfeldes.

Positionspapier: Handle with care – Offene Freizeittreffs für junge Menschen nachhaltig stärken

Während des Heranwachsens haben Kinder und Jugendliche verschiedene Entwicklungsaufgaben zu bewältigen. Zu den wichtigsten gehört vor allem die Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit als Grundlage einer selbstbestimmten Lebensführung. Um diese zu entwickeln, benötigen junge Menschen Freiräume und Experimentierfelder, wie sie sie in den Angeboten der Offenen Kinder- und Jugendarbeit finden. Um deren Qualität auch in Zukunft zu sichern und dem in Leipzig steigenden Bedarf gerecht werden zu können, sind zwingend die dafür erforderlichen Bedingungen zu schaffen.