Offene Streiträume

Mittwoch, 13. Dezember 2017, 18:30 Uhr im AJZ M54

Wie politisch ist Jugendarbeit? Ein Blick auf die Vergangenheit zeigt: Politische Bewegungen sind Impulsgeber und Initialzündung für fachliche Selbstverständnisse und pädagogische Konzepte und umgekehrt. Die Jugendzentrumsbewegung in Westdeutschland hatte in diesem Sinne entscheidende Auswirkungen auf die pädagogisch-fachliche Entwicklung der Offenen Jugendarbeit. In der DDR waren die Bedingungen für eine emanzipative, demokratische Jugendarbeit von unten bekanntermaßen anders gelagert. Doch auch hier wurde seit den 1970er Jahren innerhalb des Bundes der Evangelischen Kirchen mit alternativen Ansätzen experimentiert. Die Offene Arbeit war dabei der konsequenteste Versuch, schützende Freiräume für junge Menschen jenseits der engen Grenzen staatlich verordneter Angebote zur Jugendbetreuung zu schaffen.

Eine der zentralen Akteur*innen von damals war die Offene Arbeit Erfurt, die bis heute fortbesteht. In der 2014 erschienen Publikation „Alles verändert sich, wenn wir es verändern“ reflektieren Mitstreiter*innen die bewegte Geschichte und Gegenwart angesichts tiefgreifender und stetiger Veränderungen: Was bedeutet Offene Arbeit im Wandel der Zeiten? Was ist von den Zielen und Ideen der Aktiven von damals geblieben? Welche Wege sind unter den veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu gehen, um diese Ziele und Ideen weiterzuverfolgen?

Die Autor*innen Matthias Weiß, Renate Lützkendorf und Wolfgang Musigmann nähern sich diesen Fragen aus verschiedenen Perspektiven. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Diskussion: Wie und wo lassen sich die Ansätze der Offenen Arbeit übertragen, um auch in anderen Handlungsfeldern offene Streiträume zu schaffen?

Wir freuen uns auf Engagierte, Interessierte und Fachkräfte der Jugendarbeit, die zuhören und mitdiskutieren wollen. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der AGJF Sachsen und des AJZ Chemnitz. Der Eintritt ist frei.

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