Shimon-Peres-Preis für sächsisch-israelisches Projekt

Merav Moshe Grodofsky und Anke Miebach-Stiens neben Bundesaußenminister Heiko Maas (© DIZF  Ruthe Zuntz) s

„Wer sagt, dass Zufriedenheit eine tolle Sache ist, sollte wissen, dass jene, die zufrieden sind, aufhören, kreativ zu sein.“ Shimon Peres, früherer israelischer Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger

Am 15.09.2019 haben die AGJF Sachsen e.V. und das SAPIR College aus Südisrael für ihre Zusammenarbeit den Shimon-Peres-Preis erhalten. Ein Future Lab erörterte neue Perspektiven des Jugendaustausches.

Am Internationalen Tag der Demokratie wurde der durch das Auswärtige Amt gestiftete Preis in Berlin für das Projekt „Professional Exchange – understanding and responsibilities“ vergeben. Die Jury zeichnete damit die Arbeit und fachliche Auseinandersetzung mit Diversität, Genderperspektiven, interkulturellen und interreligiösen Kompetenzen sowie Demokratieentwicklung aus. Sächsische Fachkräfte organisierten mit den Kolleg*innen des SAPIR College im Projekt eine intensive und vor allem spezifische Auseinandersetzung mit verschiedenen Perspektiven auf Jugend, Politik und Gesellschaft. Darunter fielen Themen wie Freiraum und Entfaltung junger Menschen, biographische Bewältigungsmuster, Förderung der (politischen) Partizipation junger Menschen, Mobile Jugendarbeit und Leben auf der Straße, sozialpolitischer Umgang mit Diversität oder Prävention von Radikalisierungsprozessen.

„Der Einsatz für unsere Demokratie ist gerade wichtiger denn je“, sagte Tamara Or, Geschäftsführerin des Deutsch-Israelischen Zukunftsforums. Sie überreichte zusammen mit Bundesaußenminister Heiko Maas am Sonntagabend im Großen Saal des Roten Rathauses den Preis an Anke Miebach-Stiens (AGJF Sachsen) und Merav Moshe-Grodofski (SAPIR).

Mit der Auswahl des Projektes würdigte die Jury den Einsatz für Toleranz, Frieden und demokratische Werte sowie das klare Statement der beteiligten Organisationen, diese Partnerschaft fortzusetzen und auszubauen.

Außenminister Maas rief in seiner Rede dazu auf, den Mund aufzumachen und Position zu beziehen, „wenn antisemitische Klischees verbreitet werden“, denn wir wüssten, „wozu Gleichgültigkeit führen kann“. Genau dies leisten die beteiligten Organisationen in ihren Maßnahmen und Aktivitäten zur Förderung der Jugendarbeit in Sachsen.

Das im Anschluss stattfindende Future Lab „Partnerschaften verstetigen – Zukunft im Austausch gemeinsam gestalten“ am 16.09.2019 in den Räumen der Amadeu-Antonio-Stiftung in Berlin forderte die Kreativität der Projektpartner direkt heraus. Vertreter*innen der beteiligten Organisationen berieten über eine Vertiefung sowie den Ausbau der Zusammenarbeit und vereinbarten Austauschprogramme mit Fachkräften für die kommenden Jahre. Die Universität Landau und das SAPIR College planen gemeinsame Online-Seminare für Studierende im Themenfeld Diversity und auch die Ausweitung der akademischen Zusammenarbeit mit sächsischen Hochschulen steht auf der Tagesordnung.

Die sächsischen Jugendorganisationen verständigten sich zur Gestaltung eines konkreten Entwicklungsprojektes. In den kommenden Wochen soll eine Kontaktgruppe für den deutsch-israelischen Austausch gebildet werden, um dauerhafte Brücken zwischen beiden Ländern zu bauen, die von Jugendlichen, Studierenden und Fachkräften genutzt werden können.

Die gesamte Projektarbeit und das Future Lab wurde partizipativ in einem Netzwerk sächsischer landesweiter Fachorganisationen der Jugendarbeit mit dem SAPIR College und weiteren sächsischen Hochschulen sowie den konkreten Praxispartnern beider Länder in den Orten des gemeinsamen Austausches realisiert. Die Kontaktgruppe für den deutsch-israelischen Austausch besteht aus der AGJF Sachsen, dem LAK Mobile Jugendarbeit, der LAG Mädchen und junge Frauen sowie der LAG Jungen- und Männerarbeit.

Der vom Auswärtigen Amt gestiftete Shimon-Peres-Preis zeichnet Projekte aus, die sich für die deutsch-israelischen Beziehungen einsetzen und ist mit 10.000 Euro dotiert.
Weitere Informationen zum Shimon-Peres-Preis:

https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/israel-node/shimon-peres-preis-2019/2246794

https://www.dizf.de/deutsch/shimon-peres-preis/der-preis/index.html

Zurück

Weitere Beiträge

Bilder vom Tag der feierlichen Verabschiedung durch die Facharbeitsgruppe Jugendarbeit stärken

Papier zur OKJA in Sachsen 2019 verabschiedet

Der Sächsische Facharbeitskreis hat das Papier „Offene Kinder- und Jugendarbeit im Freistaat Sachsen 2019 – Situation, Standards, Forderungen“ verabschiedet. Für die OKJA wurden in den letzten Monaten landesweite Fachstandards diskutiert und festgeschrieben. In einem ... Weiterlesen …

CORAX 04/2019 erschienen

Die neue Ausgabe des CORAX-Magazins ist da. Das Titelthema beschäftigt sich diesmal mit Sozialer Gruppenarbeit. Zu Wort kommen neben Expert*innen aus Forschung&Lehre auch Fachkräfte aus der Praxis. Wie groß ist die Bedeutung von Peers vor dem Hintergrund pluralisierter Lebenswirklichkeiten und ... Weiterlesen …

Gestalteter Text mit Zitaten aus dem Offenen Brief an die Bundesministerin

Demokratie retten, zivilgesellschaftliches Engagement stärken!

Wir gehören neben vielen weiteren Initiativen und Unterstützer*innen zu den Erstunterzeichner*innen des Offenen Briefes an Bundesministerin Franziska Giffey, die eine Aufstockung der Mittel für ... Weiterlesen …

Merav Moshe Grodofsky und Anke Miebach-Stiens neben Bundesaußenminister Heiko Maas (© DIZF  Ruthe Zuntz) s

Unsere jugendpolitischen Forderungen an die Landespolitik

Die AGJF Sachsen stellt im Kontext der im September 2019 erfolgten Landtagswahlen an die Sächsische Jugendpolitik zehn Jugendpolitische Forderungen. Wir fordern im einzelnen: Einen gleichmäßigen Ausbau von Jugendarbeit in Stadt und Land umsetzen – mit einem klaren Bekenntnis und ... Weiterlesen …