Into the Wild

Into the wild 2017 - Grenzgänge in der Prozessbegleitung

Grenzerfahrungen sind in der erlebnispädagogischen und initiatischen Prozessbegleitung immer ein wesentlicher Impuls zu neuen Lernerfahrungen. Besonders für das Jugendalter sind bekanntermaßen Grenzerlebnisse ein erfolgreicher Weg der Identitätsfindung. Die aktuellen Begegnungen mit Geflüchteten verlangen einen kritischen Blick auf solche Überzeugungen und eine Erweiterung unseres Handlungsrepertoires.
Für die Begleitung von Veränderungsprozessen bei Menschen jeden Alters in und mit der Natur braucht es eine ausgeprägte Haltung, Methoden- und Theoriekompetenz. Schon darin sind einige Widersprüche und fachliche Fragestellungen verborgen, zum Beispiel, welche Ausbildungen und Kompetenzen es für eine verantwortungsvolle Prozessleitung braucht.
Weitere Spannungsfelder folgen: die ökologische Verträglichkeit des Handelns in der Natur, ihre politische Dimension und ihre Ansprüche an die Persönlichkeitsbildung, zum Beispiel der möglichen Reproduktion klischeehafter Geschlechterbilder. Ein Dilemma besteht auch in den Lernzielen der erfahrungsorientierten Angebote. Diese setzen auf die scheinbar unmodernen Werte, wie Behutsamkeit, Langsamkeit, Gemeinsamkeit, Eindruck und Erlebnis.
Die nötigen Korrekturerfahrungen zu den gesellschaftlichen Anforderungen, wie Leistungsdruck, Konkurrenz- und Konsumverhalten sind zwar willkommen, verhallen jedoch im Alltag, wenn nicht genügend Zeit und ein »Einbetten« der neuen Erfahrungen gewährleistet werden kann. Derartige »Grenzgänge« standen zur Fachtagung im Mittelpunkt des Handelns, Lernens und miteinander Entwickelns.
Ausgemachtes Ziel dieser 6. Fachtagung „Into the wild“ war es also, eine theoretische und praktische Auseinandersetzung mit Themen der Prozessbegleitung, die in einem Spannungsverhältnis stehen anzubieten. Darunter verstehen wir auch, dass Fachkräfte wie in der Einleitung an Beispielen aufgezeigt, einem Dilemma gegenüberstehen können: Naturnutz als Grundlage der Prozessbegleitung in der Natur und Naturschutz als gegebene Haltung und gesellschaftliche Anforderung.



Bilder, Audiomitschnitte und Stimmen zur Into the Wild 2017

Audiomitschnitte

Stimmen zur Veranstaltung

"Ich wollte nochmal rückmelden, dass ich die "into-the-wild" großartig und wirklich sehr gelungen fand!
bei der nächsten bin ich bestimmt wieder dabei!"

"Ich denke ihr habt "Danke" in den letzten Tagen oft gehört und dennoch möchte ich es noch einmal sagen. Danke für die inspirierende Fachtagung und für das Vertrauen für den Workshop!"

"Ich wollte noch kurz Rückmeldung geben..es war die beste Tagung/ Fortbildung die ich erleben konnte bisher.Vielen vielen Dank für die super Planung und Orga. Herzl. Gruss aus Franken"

"Ich bin seit der Fachtagung so aufgeladen, die um-werfenden Gespräche noch dazu, neben den sehr anregenden Referaten und workshops, die Danksagungen, die Singrunden am Abend ... all dies ein großer Zauber schwingt noch in mir und veranlasst mich, endlich mal den Mut und die Kraft zu haben, meine Ideen rauszulassen.Und ein großer Dank nochmal an die Orga von “into the wild” – eine Veranstaltung, die seines gleichen sucht ..."

Into the wild 2015 - Methoden und Formate der Prozessbegleitung im Entwicklerbad

Die Tagung widmet sich Theorieansätzen und Praxisformaten zur Begleitung von Menschen in der Natur und will den Teilnehmer*innen die Möglichkeit bieten, diese sowohl verstehen, ausprobieren als auch reflektieren zu können. Die Anwesenheit jeweils einer Gruppe von erlebnispädagogischen Fachkräften der JUMP Foundation China und der südafrikanischen Organisation EDUCO Africa wird interessante Perspektivwechsel erzeugen.


Um Menschen und Organisationen in Entwicklungs- und Veränderungsprozessen zu begleiten, braucht es neben einer klaren Haltung theoretische und praktische Hintergründe des Handelns. In der Vergangenheit nahmen wir ein allseitiges Bemühen um Abgrenzung der klassischen Erlebnispädagog*innen, der Visionssucheleiter*innen und Wildnispädagog*innen voneinander wahr. Aus Sicht des Organisationsteams gibt es zuletzt die Tendenz, dass Vorannahmen abgebaut und durch gemeinsame Diskussionen Perspektiven erweitert werden.

Ein praktisches Beispiel dazu ist die gemeinsame Auseinandersetzung über die Hintergründe, Geschichte, sowie die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Solozeiten. Mehr und mehr fließen Theorien und Formate aus anderen Arbeitshintergründen in die eigene Praxis ein und wirken als persönliche Bereicherung, Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten und des eigenen Methodenrucksacks. Diese Vielfalt erlaubt mehr Freiheit gegenüber den Anliegen, Themen und Bedürfnissen der Teilnehmer*innen. In diesem Sinne braucht Leitung einen spielerischen Umgang, eine positive Respektlosigkeit gegenüber den eigenen bisherigen Überzeugungen, Positionen und dem eigenen methodischen Handwerkszeug.



Bilder und Stimmen zu Into the Wild 2015

Stimmen zur Veranstaltung

"Ein ganz großes DANKESCHÖN für die wundervollen Tage bei ´Into the wild`.

Auch nach einigen Tagen sitzen die erlebten Eindrücke im Gut Frohberg tief in mir. Die Fachtagung hat Vieles in mir in Bewegung gesetzt und meine Kreativität angeregt. Ich habe die Zeit mit und bei all diesen wunderschönen Menschen sehr genossen und werde noch lange davon zehren."

"Ich bin noch tief beeindruckt – es war, es ist wie eine gute kraftvolle Droge, Essenz. Ich will sie halten und verteilen und wirksam machen."

"Mir ist die "Into the Wild-Woche" noch in lebhafter Erinnerung. Es war eine tolle Erfahrung mit so vielen Menschen in Kontakt zu kommen und mit einem so gut ausgewählten Programm in Vieles Einblicke zu bekommen und Vieles vertiefen zu können. Herzlichen Dank dafür!!"

Into the wild 2013 - innen wachsen, außen handeln!

Seit den Anfängen der modernen Erziehungstheorien stellten sich die Fragen „Wie erziehen wir?“ und „Wohin erziehen wir?“ Rousseau verweiset auf die Wechselwirkung zwischen Individuum, Erziehung und Gesellschaft. In seinen Erziehungsansätzen stand die Herausformung einer neuen, wahrhaft menschlichen Gesellschaft immer im Vordergrund.
Auch für Kurt Hahn, einer der Gründerväter der Erlebnispädagogik in Deutschland, stellte die Verantwortungsübernahme des Einzelnen in der Gesellschaft ein Leitziel für seine pädagogischen Programme in der Natur dar.
Adornos „Erziehung zur Mündigkeit“ impliziert mehr noch die Vorstellung von der politisch teilhabenden, ihr Leben aktiv und aus Einsicht gestaltenden, freien und reifen Persönlichkeit, die die Herausforderungen unserer komplexen Welt annehmen kann.

Die Fachtagung möchte sich mit der Verantwortung und den potentiellen Handlungsoptionen als Lern-, Erziehungs- und Bildungsziel für Pädagog_innen und Prozessbegleiter_innen und Menschen, mit denen sie arbeiten, auseinandersetzen.
Dazu werden Methoden und Arbeitsweisen der Prozessbegleitung und des handlungsorientierten Lernens in verschiedenen Ländern betrachtet, die auf die Stärkung von persönlichen Potentialen und globaler, ökonomischer, ökologischer und sozialer Verantwortung abzielen.



Bilder zu Into the Wild 2013

Into the wild 2012 - Spiderman, Star Wars und Harry Potter - Die Held*innenreise als Prinzip der Persönlichkeitsentwicklung und Wachstumsbegleitung

Ohne Sagen, Märchen und Geschichten wird keiner groß. Waren es früher unter anderem Geschichten vom Eisenhans, Ritter Ivanhoe oder Ronja Räubertochter, so sind es heute Spiderman, Star Wars oder Harry Potter, die Jugendliche beeindrucken und inspirieren. Seit Jahrhunderten werden Menschen beim Heranwachsen durch Märchen und Mythen begleitet, in denen existentielle Fragen zu Veränderungen, Neuerung und Entwicklung verankert sind.Fast alle diese Geschichten folgen der archaischen Grundstruktur einer Held_innenreise mit den aufeinanderfolgenden Schritten Trennung, Initiation und Rückkehr und können persönliche Entwicklungsprozesse anstoßen.

Dieses Potential steht uns auch für die professionelle Begleitung von Wachstumsprozessen zur Verfügung. Genau wie in den Märchen, Sagen und modernen Erzählungen gilt es, in unseren Held_innentaten des Alltags Widerstände zu überwinden und dadurch die Chance zu erlangen bisher, unbekannte, verlorene oder vergessene Kräfte zu beleben. Gerade in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liefern mythologische und moderne Erzählungen wichtiges Orientierungswissen, da sie grundlegende Fragen der menschlichen Existenz behandeln. Der Bezug zu Entwicklungsperspektiven in der Praxis der Jugendarbeit wird leicht sichtbar. Denn Jugendliche durchlaufen im Prozess ihres Erwachsenwerdens ihre je individuelle Heldenreise. Sie haben Geschichten zu erzählen, lassen sich von Star Wars, Harry Potter und anderen inspirieren und stehen gleichzeitig in deren Bann. Ihre Antennen richten sich auf "gute Geschichten", auf spannende Plots, auf attraktive Muster aus.

Doch wie können wir die Mythen und Geschichten von Held_innen nutzen, um mit Menschen allen Alters zu arbeiten? Wie sieht das Handwerkszeug aus? Welche Methoden gibt es und wie kann man sie anwenden? Unsere Fachtagung verfolgt das Anliegen zu erkunden, welche Aufgaben dem Prinzip der Held_innenreise in der pädagogischen Praxis zukommen können. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Verbindung der Held_innenreise als Methode der Intervention und Entwicklung mit Elementen der pädagogischen Prozessbegleitung in der Natur. Dadurch kann der Prozess der Persönlichkeitsentwicklung gefördert, außergewöhnliche Impulse gesetzt, konstruktiv irritiert und auf Ressourcen und Lösungen ausgerichtet werden. So besteht immer die Möglichkeit andere Versionen der persönlichen Lebensgeschichte zuzulassen und genau wie in bei Star Wars und Harry Potter oder auch in alten Märchen zu einem Guten Ende zu gelangen.

Bilder zu Into the wild 2012

Into the wild 2011 - Prozessbegleitung in und mit der Natur

Sich auszusetzen, draußen zu sein, sich einzulassen, eigene Grenzen zu überschreiten  - das können Chancen des Wachstums sein. Wenn diese Prozesse in der Natur professionell begleitet werden, geht es um Sensibilisierung für Umwelt, Erde und Kultur, für Persönlichkeitsentwicklung in und durch die Gruppe.
Dadurch können das eigene Empfinden verändert, Gefühle von Zugehörigkeit, Geborgenheit und Verbundenheit hervorgerufen und letztlich eine andere Perspektive auf das Leben an sich entworfen werden. Die persönliche Konfrontation mit ungewohnten Herausforderungen und die Auseinandersetzung über die Lösungsansätze, allein und in der Gruppe, ermöglichen in einer anregenden Lernumgebung abseits des Gewohnten große Lernchancen.
Prozessbegleitung ist Wachstumsbegleitung!

Doch was braucht es, um Menschen in ihren Wachstumsprozessen begleiten zu können und zu dürfen?
Mit welcher Haltung und mit welchen Kernkompetenzen kann man sich eine wirksame Prozessbegleitung im Lernraum Natur für Menschen jeden Alters „erlauben“?

Die Fachtagung „Into the wild- international“ möchte diesen Fragen auf die Spur gehen und Leitbilder der Prozessbegleitung in einem internationalen Kontext miteinander vergleichen. Dazu werden Methoden und Arbeitsweisen der Prozessbegleitung und des handlungsorientierten Lernens verschiedener Länder vorgestellt und in einem anschließenden Fachdiskurs betrachtet. Internationale Organisationen und Einzelpersonen, deren Arbeitsschwerpunkt in den Themenfeldern Erlebnispädagogik, Prozessbegleitung und Visionssuche liegen, stehen in Vorträgen und Foren für einen Fachdiskurs bereit.
Dadurch können die Teilnehmer_innen aus verschiedenen Perspektiven fachliche Anforderungen an die Prozessbegleitung in und mit der Natur erkennen und Orientierung für ihre pädagogische Praxis finden.

 

Into the wild 2010 - Lebenskrisen als Wachstumschancen verstehen

Eine Krise stellt bisherige Erfahrungen, Normen, Ziele und Werte in Frage und hat oft für die Person einen bedrohlichen Charakter, weil sich etwas seinem Ende nähert doch das Neue noch nicht die Kraft hat, sich vollkommen zu entfalten.
Neben den biologisch bedingten Übergängen, die persönliche Krisen hervorrufen können, wie Pubertät, Elternschaft, Wechseljahre und Alter, durchleben wir vielleicht auch andere, individuelle Krisen, wie Wohnort- und Arbeitsplatzwechsel, der Verlust geliebter Freunde bzw. Familienangehöriger, Unfälle, Krankheiten und ähnliches mehr. So gehen wir alle im Leben durch dramatische Wandlungskrisen: Alte Verwurzelungen, Sicherheiten und Gewohnheiten werden brüchig, Abschied und Neuausrichtung stehen noch nebeneinander und verlangen mit der Zeit nach Entscheidung. Ähnliche krisenhafte Übergangsphasen durchleben auch Organisationen und Teams.

Die Fachtagung "Wenn das Alte nicht mehr und das Neue noch nicht trägt - Lebenskrisen als Wachstumsprozesse verstehen" möchte einen sensiblen und ernsthaften Blick auf Krisen in den verschiedensten Lebensphasen und zu unterschiedlichen Lebensthemen werfen und Möglichkeiten der Bewältigung vorstellen. In Workshops und Foren werden gangbare Formate der Prozessbegleitung vorgestellt und vertieft.

Into the wild 2009 - Übergänge gestalten - Prozessbegleitung in der pädagogischen Praxis

Übergänge - das sind Brücken und schmale Pfade, gefährliche Wege. Sie brauchen Begleitung, Sicherheit, physisch und psychisch. Es gibt viele Übergänge im Leben: der erste Tag im Kindergarten, der erste Schultag, der Eintritt in den Freundeskreis, erwachsen werden, eine Partnerschaft beginnen, Vater und Mutter werden, alt werden und schließlich die Vorbereitung auf den Tod. Diese Übergänge brauchen pädagogische, seelische, manchmal auch therapeutische Begleitung.

Die Jugendforschung hat die Lebenslagen und Lebensverläufe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Schulen, Ausbildungssystemen und in der Arbeitslosigkeit untersucht. Dabei konnte eindrucksvoll herausgearbeitet werden, wie dringlich das Bedürfnis nach bewusst vollzogenen Übergängen bei Jugendlichen ist.  In dieser Übergangsphase sind Jugendliche auf der Suche nach Zugang zu persönlichem Sinn und geachteter gesellschaftlicher Zugehörigkeit.
Dabei geht es primär um den Übergang vom Jugendalter zum Erwachsensein: Ein Prozess, der sich biologisch, seelisch, und sozial vollzieht und damit den massivsten Übergang in einem Menschenleben markiert. Da dieser Übergang von unserer modernen Gesellschaft nur ansatzweise gestaltet wird, entwickeln sich bei vielen Jugendlichen Bestrebungen, sich selbst zu initiieren.  Solchen Ersatz-Übergängen fehlt es jedoch meist an lebendigen Werten, an reifen Verhaltensweisen sowie an einer Anerkennung durch die Gemeinschaft, welche sie erst gültig werden lässt. Es fehlen auch die Erwachsenen und Ältesten, die diesen Prozess respektieren, als Mentoren beleiten und ihren Vollzug bestätigen. Fehlt diese Begleitung und Einbettung, dann ist die Suche nach Sinn mit unabwägbaren Risiken, Mutproben und Exzessen verbunden.
Die Fachtagung möchte die beschriebenen Übergangsphasen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, sowie auch reiferen Menschen in schwierigen Lebenslagen ins Blickfeld nehmen. Dabei sollen brauchbare und gangbare Formate der Prozessbegleitung vorgestellt und in Workshops und Foren vertieft und diskutiert werden.