Modellprojekt MUT – Interventionen. Geschlechterreflektierende Prävention gegen Rassismus im Gemeinwesen

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Was ist das Projekt?

Das Projektteam unterstützt Träger und Fachkräfte der Jugendarbeit in der fundierten Auseinandersetzung mit Rassismus und anderen Ablehnungshaltungen sowie der interkulturellen Öffnung ihrer Einrichtungen und Projekte.

Ziel des Projektes ist die Weiterentwicklung professioneller Umgangsweisen und die Übertragung demokratischer Potentiale des Arbeitsfeldes in die jeweiligen Sozialräume.

Problemlage

Die gesellschaftlichen Debatten zu den Themen Zuwanderung, Flucht und Asyl der letzten Jahre spiegeln sich auch in der Praxis von Jugendarbeit wider und stellen Fachkräfte vor veränderte Herausforderungen. Jugendliche äußern sich ablehnend gegenüber geflüchteten Menschen, sie nehmen an Mobilisierungen gegen Einrichtungen für Asylsuchende teil. Jungen und Mädchen sowie deren Eltern äußern Ängste vor sexuellen Übergriffen durch Zugewanderte. In einigen Einrichtungen spielen Konflikte zwischen geflüchteten Jugendlichen und den bisherigen Besucher_innen eine Rolle. Neben „Vorurteilen“, die sich an (der zugeschriebenen) Herkunft und Hautfarbe fest machen, sind auch sexistische und homophobe Ablehnungen weit verbreitet.

 

Potentiale von Jugendarbeit für Demokratiebildung und die Auseinandersetzung mit Rassismus - Abschlussbericht zum Modellprojekt

 

„Die Probleme, vor denen wir heute stehen, lassen sich nicht mit einem Zauberstab, per Handstreich oder Wunderheilung lösen; sie erfordern nichts Geringeres als eine kulturelle Revolution. Und deshalb setzen sie langfristiges Denken und Planen voraus: Künste, die wir ach! – lang schon vergessen haben und kaum noch benutzen in unserem beeilten Leben unter der Diktatur des Augenblicks. Wir müssen sie uns ins Gedächtnis rufen und neu erlernen. Dazu brauchen wir einen kühlen Kopf, Nerven aus Stahl und jede Menge Mut. Vor allem aber bedürfen wir einer ebenso umfassenden wie langfristig ausgelegten Vision – und jeder Menge Geduld“ (Zygmunt Baumann 2017)

"Die alltäglichen Interaktionskontexte und Räume selbstinitiierter Aktivitäten tragen zu demokratischen Erfahrungen bei. Sie sind der Kern demokratischer Bildung in der Jugendarbeit."

(aus diesem Bericht)

Praxisportraits

Findet denn hier Demokratiebildung statt? Wir sagen ja, aber anders als gedacht.

Bei den Praxisportraits handelt es sich um kurze Filmclips, die einen Einblick in die verschiedenen Arbeitsfelder der am Modellprojekt beteiligten Fachkräfte geben und einen Bezug zu den Themen des Modellprojektes herstellen. Dabei werden Fachkräfte dazu befragt, welche Themen die Adressat*innen einbringen und welche Rolle Jugendarbeit in Bezug auf demokratische Bildung und die Auseinandersetzung mit Rassismus spielen kann. Anschließend kommen Jugendliche zu Wort mit dem Ziel einen Einblick in Alltagsthemen und Interessen zu gewinnen. Am Ende steht die Frage, was es bedeutet vor Ort mutig zu sein.

Praxisportrait - Jugendarbeit in Frankenberg

Praxisportrait - Jugendarbeit in Annaberg-Buchholz

Zwischenbericht zum Modellprojekt

Titel_Zwischenbericht

"Unterschiedliche junge Menschen nutzen die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit und bringen alltägliche, politische Debatten in die Räume und Nutzer*innengruppen ein. Jugendarbeit gerät als konfliktoffener Raum in den Fokus, welcher zur Stärkung demokratischer Aushandlungsprozesse, mit und unter jungen Menschen weiter zu entwickeln ist.

Die Ressource, hier im peer-to-peer-Kontakt wie auch mit Erwachsenen „auf Augenhöhe“ zu kommunizieren trägt zu demokratischen Erfahrungen bei. Konflikthafte Debatten benötigen unterschiedliche Perspektiven. Die Arbeit an rassistischen Haltungen darf dabei nicht zu deren Manifestation im Raum beitragen. Die Ermöglichung und Weiterentwicklung solidarischer Schutzräume unter Berücksichtigung der Erfahrungen und Perspektiven von Rassismus und Ausgrenzung betroffener (junger) Menschen ist auch in der Kinder- und Jugendarbeit weiter voran zu treiben."

(aus "Ableitung" der bisherigen Projektarbeit, Zwischenbericht S. 9f.)

#mutprobe

Unsere Interviews mit Expert*innen und Engagierten. Ziele sind, die aktuelle, politische Situation gemeinsam einzuschätzen und die Rolle von Jugendarbeit in der Auseinandersetzung mit Rassismus, völkischem Nationalismus sowie Heterosexismus und Antigenderismus in den Blick zu nehmen und zu stärken.

Prof. Dr. Barbara Wolf - Professorin für Jugend und öffentliche Ersatzerziehung, Gender an Fachhochschule Mittweida

Prof. Dr. Barbara Schäuble - Professorin für Diversitätsbewusste Ansätze in Theorie und Praxis Sozialer Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin

Prof. Dr. Bernd Belina - Professor am Institut für Humangeographie an der Goethe-Universität Frankfurt a.M.

Dr. Friedemann Affolderbach - Mitarbeiter am Lehrstuhl für Sozialräumliche Grundlagen Sozialer Arbeit an der Hochschule RheinMain

Volker Rohde - Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendeinrichtungen e. V.

Prof. Dr. Esther Lehnert - Professorin für Theorie, Geschichte und Praxis Sozialer Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin

Dr. Nils Schuhmacher - Kriminologe und Rechtsextremismusforscher

Ana-Cara Methmann - Trainerin für Migration, Kultur und Rassismuskritik

Judith Rahner – Leiterin der Fachstelle Gender, GMF und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung, Berlin

Dr. Matthias Quent – Direktor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft, Jena

Tobias Burdukat – Projektkoordination und Sozialpädagoge im “Dorf der Jugend” des FJZ e.V., Grimma

Zur Debatte um die aktuellen Entwicklungen im Bundesprogramm "Demokratie leben!"

Demokratie retten, zivilgesellschaftliches Engagement stärken!

Offener Brief zur aktuellen Förderpolitik des Bundesprogramms "Demokratie leben!" bundesweit agierender Initiativen und Träger

Link

Modellprojekte der politischen Bildungs- und Demokratiearbeit in Sachsen vor dem Aus

Offener Brief Sächsischer Modellprojekte an Bundesfamilienministerin Giffey

Link

Gender matters!

Zahlreiche Expert*innen und Organisationen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft fordern Ressourcen für die Bekämpfung von Antifeminismus, Sexismus und Gleichstellungsfeindschaft.

Link

Berichterstattung

Tagesschau vom 30.10. Tagesschau Ausschnitt; Tagesschau komplett

Monitor vom 17.10. Monitor Video Monitor Text

Freitag vom 08.10. Artikel

Deutschlandfunk vom 07.10. Beitrag

taz vom 18.10. Artikel

Welt vom 18.10. Artikel

Stern vom 18.10. Artikel

Neues Deutschland vom 19.10. Artikel

LORA 92.4 vom 18.10. Beitrag

Tagesspiegel vom 22.10. Artikel

„Bitte stören“

Dezente Hinweise für Türen, Klinken, Griffe usw. womit man in Einrichtungen und im Lokalraum für Rassismus, Heterosexismus und Antisemitismus sensibilisieren kann. Gleichzeitig die Möglichkeit auf Ansprechpartner*innen für Betroffene hinzuweisen.

Bestellungen unter der Projektadresse, Download hier:

 

 

Da sich Rassismus und andere Ablehnungdynamiken auch online abspielen, mit den Schildchen-Bildchen ohne viel „wenn“ und „aber“ im Netz klar machen, hier findet Rassismus statt, bis hierher und nicht weiter! Statt auf verschwurbelte Diskussion einzugehen oder Abwertungsmonologe unwidersprochen zu lassen, intervenieren und klares Statement abgeben.

Download hier:

 

 

Siehe auch #Respektcheck

Gaming Cubes

Es gäbe so viel politisch zu bilden, wenn nur jemand darauf anspringen würde? Niemand will sich mit offen mit Rassismus und anderen Ablehnungen vor Ort auseinandersetzen?

Dann nichts wie zur nächsten öffentlichen Veranstaltung im Lokalraum und dort die Gaming Cubes ins Gepäck. Niedrigschwellig und alltagsnah Lebenswelten junger und älterer Menschen ergründen und zu verschiedensten Themen ins Gespräch kommen, fortführende Auseinandersetzungen ermöglichen…

Gaming Cubes ist ein Spieleparcour für Einzelspieler*innen und Gruppen und kann out- und indoor genutzt werden.

Präsentation zum Spieleparcour

 

                                                                                            prezi Gaming Cubes

Infos und Ausleihe unter mut@agjf-sachsen.de

Veranstaltungen

Ansprechpartner*innen

AGJF Sachsen e. V.
Projekt "MUT - Interventionen. Geschlechterreflektierende Prävention gegen Rassismus im Gemeinwesen"
Neefestraße 82
09119 Chemnitz

Kai Dietrich
Telefon: (0371) 5 33 64 - 24
E-Mail:

Karola Jaruczewski
Telefon: (0371) 5 33 64 - 23
E-Mail:

Willy Vetter
Telefon: (0371) 5 33 64 - 23
E-Mail:

Fax: (0371) 5 33 64 - 26

Förderung