Demokrat*innen von Anfang an

Neues Land – neue Begegnungen – neue Sprache – neue Politik. Junge Geflüchtete kommen in den Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit an. Sie sind motiviert, sich so schnell wie möglich die weitgehend fremde Umwelt anzueignen. Dies ist allein schwer zu erreichen. Trotz der Integrationsbemühungen in Schulen, Ausbildungen und Berufen, finden sich häufig Ehrenamtliche in der Aufgabe wieder, die gesellschaftliche und soziale Integration voranzutreiben.
Hier kommen die Aufgaben und Potentiale der Kinder- und Jugendarbeit zum Tragen. Sie kann die geflüchteten Kinder und Jugendlichen nicht nur dabei unterstützen, in den Alltag integriert zu werden. Sie ist auch in der Lage, schrittweise an die Teilhabe und die demokratischen Prozesse heranzuführen und zu zeigen, welche Freiheiten und Verantwortungen zur Selbstbestimmung offen stehen.

Viele junge Geflüchtete kommen aus Ländern, in denen es nur geringe Möglichkeiten für politische Mitbestimmung und gesellschaftliches Engagement gibt, wo zivilgesellschaftliche Strukturen nur gering oder gar nicht entwickelt sind. Die Förderung von Beteiligung an politischen und gesellschaftlichen Prozessen kann hier nicht nur zeitnah nach ihrer Einreise in die Bundesrepublik geschehen, sondern auch möglichst früh im Hinblick auf ihr Lebensalter.

Der Ausgangspunkt für dieses Projekt liegt bei der Kinder- und Jugendarbeit als »Lernort für Demokratie«, der für die Vermittlung von Erfahrungen an Teilhabe, Selbstwirksamkeit und Verantwortungsübernahme fungiert. Um die Jugendarbeit, die sich als Menschenrechtsprofession versteht, in einen neuen Fokus zu stellen, wird sie dazu angehalten, Räume für Partizipation, Austausch und politische Bildung zu politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen zur Verfügung zu stellen.

Ziele ➜ für dieses Vorhaben sind, dass die Fachkräfte das demokratische Potenzial der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und ihrer eigenen Einrichtungen reflektieren und nutzen zu können, damit der Integrationsprozess junger Geflüchteter im Sinne eines Empowerments gefördert wird.

Angebote ➜ Jugendarbeiter*innen werden unterstützt, Aktivitäten zu erproben, die sie für die Umsetzung demokratischer Bildung mit geflüchteten jungen Menschen in diesem Setting benötigen. Hierfür werden in Workshops, Fortbildungen und Fachveranstaltungen an verschiedenen Standorten Konzepte erarbeitet, die den Umgang mit Betroffenen von Rassismus und die Inklusion in Einrichtungen professionell erleichtern soll.

Hierfür werden ab 2019 vier Modellstandorte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen gesucht.



Projektlaufzeit ➜ Januar 2019 bis August 2020

Ansprechpartner*in ➜ Robin Harder

Kooperationspartner*innen ➜ Pädagogische Hochschule Freiburg, Leiter des Instituts für Soziologie: Prof. Dr. habil. Albert Scherr und AGJF Baden-Württemberg e. V.